Wer ist online

Aktuell sind 93 Gäste und keine Mitglieder online

Zugriffe

Beitragsaufrufe
150697

Honig – das süße Allzweckmittel aus der Bienenapotheke

Schon in der Steinzeit schätzten die Menschen Honig als Nahrungsmittel. Die Heilkräfte des Honigs kannten lange vor unserer Zeitrechnung bereits Ägypter, Babylonier, Griechen und Chinesen. Der griechische Arzt Hippokrates (460 bis 370 v.Chr.) verordnete Honig zur innerlichen und äußerlichen Anwendung, bei Fieber, zur Entwässerung und Entgiftung, zur Wundbehandlung, als Diät- und Kosmetikmittel.

Auch heute sind natürliche Heilmethoden wieder sehr beliebt. Unter anderem ist Honig ein außergewöhnliches Nahrungsmittel mit vielen wohltuenden Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Honig stärkt Gehirn und Nerven, glättet die Haut, desinfiziert Mund und Rachen und ist konzentrierte Muskelnahrung. Darüber hinaus löst er Verschleimung, hilft dem Herz und bildet Blut, reinigt Leber und Nieren, beugt vor gegen Magen- und Darmgeschwüre, macht Appetit und hilft verdauen.

Das kostbare Produkt „Honig“ entsteht durch die Verarbeitung von Nektar und Honigtau durch die Bienen.

 

Nektar: Die Sammelbienen werden von den lockenden Düften und verführerischen Farben der Blüten angezogen, um den süßen Nektar vom Blütenboden über Mund und Speiseröhre in die Honigblase aufzunehmen. Bei diesem Vorgang bestäuben sie die Blüten ungewollt und zwangsläufig.


Honigtau: Der Honigtau wird von Pflanzensaugern (Blatt-, Schild- und Rindenläusen) erzeugt. Sie leben und vermehren sich auf Blatt- und Nadelbäumen.

Sie stechen in das Pflanzengewebe und entnehmen den Pflanzensaft. Insbesondere die Blattläuse benötigen für ihre enorme Vermehrung viel Eiweiß. Da der Pflanzensaft aber nur relativ wenig Eiweiß enthält, müssen sie große Mengen aufnehmen, um ihren Appetit zu stillen. Die abgefilterten zuckerhaltigen Restmengen scheiden sie unverdaut aus – und den Nutzen davon haben die Bienen. Dieser Honigtau wird von den Sammelbienen aufgenommen und in der Honigblase an die wartenden Stockbienen abgeliefert.

Erst jetzt beginnt die Verarbeitung zum Honig. Die Rohprodukte „Nektar“ oder „Honigtau“, die jeweils als wässerige Lösungen verschiedener Zucker eintreffen, werden von den Stockbienen mehrmals umgetragen, eingedickt und mit Drüsenstoffen der Bienen angereichert. Nach dem Einlagern in die Zellen der Honigwaben geht die Wandlung des Sammelgutes durch die Wirkung der beigegebenen Drüsenfermente und durch Verdunstung von Wasser weiter. Der ideale Wassergehalt, um den Honig haltbar und auf Dauer streichfähig zu erhalten, beträgt ca. 17 %.


Blütenhonig: Der im Frühjahr gesammelte Nektar von der Krokusblüte an, über Haselnuss-, Weiden-, Obstbaum-, Löwenzahn- bis zur Rapsblüte hin, wird als Blütenhonig bezeichnet.

Zusammen mit dem Nektar gelangen auch Blütenpollen in den Honig. Fortschrittliche Imker fangen überschüssige Blütenpollen in gesonderten Behältern auf und mischen sie nach der Schleuderung in geringen Mengen dem Honig bei. Mit dem Pollenanteil im Honig können Menschen durch regelmäßigen Honigverzehr ihr Immunsystem derartig stärken, dass sie im Frühjahr von Allergien, wie Heuschnupfen, einigermaßen verschont bleiben.

Der Blütenhonig besteht zu 41% aus Fruchtzucker (Fructose), 34% Traubenzucker (Dextrose), 17% Wasser, 2% Rohrzucker, 1% Dextrine und 5% Mineralien, Vitamine, Säuren sowie Stickstoffverbindungen.

Wegen dem relativ hohen Anteil an Traubenzucker und insbesondere durch viel Rapsnektar kristallisiert der Blütenhonig recht schnell. Damit er dennoch cremig und streichfähig bleibt, muss er bereits nach dem Schleudern an mehreren Tagen gerührt und gleich abgefüllt werden. Durch das Rühren bekommt er eine helle bis weiße Farbe und auch der Geschmack sowie die Qualität werden verbessert.


Blatthonig (Wald- oder Sommerhonig)

Ab Anfang Juni tragen die Bienen im wesentlichen Honigtau ein. Dieser Honig hat eine hellbraune bis dunkelbraune Farbe und bleibt lange flüssig. Sein Duft und Aroma wird durch die jeweiligen Anteile von Klee, Linde, Himbeere, Phaselia oder Tanne geprägt. Damit ein Honig als spezielle Sorte deklariert werden kann, müssen mindestens 51% des Nektars oder Honigtaus von einer Pflanzenart stammen.

Der Blatthonig besteht zu 38% aus Fruchtzucker (Fructose), 27% Traubenzucker (Dextrose), 16% Wasser, 3% Rohrzucker, 9% Dextrine, und 7% Mineralien, Vitamine, Säuren sowie Stickstoffverbindungen.

Honig kann mild, duftig, harzig, süß, würzig und sogar bitter schmecken. Und so unterschiedlich wie seine Geschmacksrichtungen sind auch die dem jeweiligen Honig zugeschriebenen Heilkräfte.


Wald- und Tannenhonig hat einen würzigen bis harzigen Geschmack und wirkt gegen Erkältungen, Bronchitis und Nervosität.


Der aromatische Blütenhonig besitzt eine kräftigende und schmerzlindernde Wirkung und wird als natürliches Heilmittel gegen Allergien (insbesondere Heuschnupfen) und vegetative Erschöpfung empfohlen.


Der Löwenzahnhonig ist als Heilmittel durch seine blutreinigende Wirkung bei Nieren, Leber-  und Gallenleiden bekannt.


Dem hellen Rapshonig wird eine beruhigende, ausgleichende, entspannende Wirkung zugeschrieben.


Honig und Blutfette: Eine kürzlich erschienene Arbeit untersuchte den Einfluss von Honig auf verschiedene Blutwerte im Vergleich zu verschiedenen Zuckern und künstlichem Honig. Die Studie ergab, dass etwa 75 g Honig, anders als Zucker und künstlicher Honig, die Cholesterinwerte, insbesondere LDL– Cholesterin, sowie die Blutfettwerte senken.

Honig ist eine wichtige Nährquelle für das menschliche Immunsystem und ein hervorragender Transportstoff, um Ablagerungen aus den Zellen zu schaffen. Schon sehr schnell nach dem Verzehr wird er in reine Energie umgewandelt.

Honig will pfleglich behandelt werden. Damit seine hochwertigen Inhaltsstoffe nicht geschädigt werden, sollte Honig kühl (max.14° C), trocken und dunkel aufbewahrt werden. Er sollte aber nie über 40 ° C erhitzt werden, weil dann der Anteil an Vitaminen und Enzymen zerstört wird, deshalb beim Kochen nach Möglichkeit erst den fertigen Speisen zusetzen.

Reinen Bienenhonig können Sie nur bei Imkern beziehen, die sich an die Honigverordnung und die Lebensmittelhygiene– Verordnung halten und keine chemischen Mittel bei der Gesundheitspflege der Bienen einsetzen.

 

Echter deutscher Honig ist ein Naturprodukt und muss ein Naturprodukt bleiben!    

 

Claus Raab